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117er Ehrenhof

Der Platz hieß 1894-1933 Forsterplatz, 1933 Horst-Wessel-Platz, 1933-heute 117er Ehrenhof.

Unter Ehrenhof ist allgemein ein an drei Seiten geschlossener Platz vor einem Schloss oder einem anderen repräsentativen Gebäude zu verstehen.Auf dem Platz steht das am 1. Juli 1933 eingeweihte Ehrenmal des Infanterie Regiments 117, Leibregiment der Großherzogin. Dieses Regiment war von 1872-1918 in Mainz stationiert. Das Denkmal besteht aus einer Treppenanlage mit der Statue eines Löwen.Die Benennung des Platzes hat eine interessante Geschichte: Die Veteranen des Regiments legten sich zur Einweihung des Ehrenmals auf den Namen Ehrenhof Leibregiment fest. Das entsprechende Schild wurde über Nacht durch ein provisorisches Schild Horst-Wessel-Platz ersetzt. Am 31. März 1933 wurde diese Umbenennung im Amtsblatt der Bürgermeisterei bekannt gegeben. Eine Intervention der 117er bei Stadtverwaltung und NSDAP-Kreisleitung war zunächst erfolglos. Zum einen wollte man den Namen Horst-Wessel-Platz nicht aufgeben, zum anderen wurde die Bezeichnung Leibregiment als monarchistisch beanstandet. Als Kompromiss ließ sich schließlich die Benennung 117er Ehrenhof durchsetzen, die am 23. Oktober 1933 auf Weisung des kommissarischen Oberbürgermeisters Dr. Barth erfolgte. Hier befand sich die zweite Mainzer Peterskirche. In ihren Fundamenten wurde der Grabstein des Dructhacarius gefunden, auf dem erwähnt wird, dass der Tote nahe seiner Burg/Herrensitz begraben wurde.

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Geschichtsträchtiger Platz – bald mit anderem Namen?

(kk) Der Platz, der seit 1933 117er Ehrenhof heißt, verbindet die Kaiserstraße mit der Adam-Karillon-Straße. Seit 1889 liegt das Rabanus-Maurus-Gymnasium an dem vormals nach dem Naturkundler Georg Forster benannten Platz. Das „RaMa“, wie die Mainzer es nennen, ging aus dem Kurfürstlichen Kolleg der Gesellschaft Jesu im Kronbergerhof hervor und ist laut eigenen Angaben mit über 450 Jahren das älteste Gymnasium der Stadt. Nicht von ungefähr bezeichnet Ehrenhof einen Platz, der an einer Seite von einem Schloss oder einem ähnlichen repräsentativen Bau begrenzt wird. 

Woher der Name 117er Ehrenhof kommt 

Den Namen 117er Ehrenhof erhielt der Platz im Jahr 1933, als dort das Ehrenmal des Infanterieregiments 117 eingeweiht wurde. Richtig heißt es Infanterie-Leib-Regiment „Großherzogin“ (3. Großherzoglich Hessisches) Nr. 117. Es gehörte ursprünglich zur Armee des Großherzogtums Hessen, kam aber nach einer Militärkonvention 1867 unter preußisches Kommando und zur Mainzer Garnison. Nach dem Ende des deutsch-französischen Kriegs 1872 war es 46 Jahre lang meistenteils in Mainz stationiert: zunächst in der Schloss-, dann in der Flachsmarkt- und zum Schluss in der Alice-Kaserne in der Mainzer Neustadt, benannt nach der Großherzogin von Hessen und bei Rhein, deren Namen auch das Regiment trägt. Dieses machte sich übrigens ganz besonders um Mainz verdient während der großen Überschwemmungen im Jahr 1882.

Umbenennung in der Zeit des Nationalsozialismus 

Ehrenhof Leibregiment sollte der Platz ursprünglich heißen, was den Nationalsozialisten jedoch zu royalistisch war. Für eine kurze Zeit hieß er Horst-Wessel-Platz, bis man sich schließlich auf 117er Ehrenhof einigte. Die Umbenennung des vormaligen Forster-Platzes geht im Ursprung auf die „Ortsgruppe Mainz der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Regimentes 117“ zurück, die sich 1930 neben anderen promilitärischen Gruppierungen in Mainz formierte. Ein Jahr danach beschloss die Gruppe den Bau eines Ehrenmals auf dem damaligen Forster-Platz, das dann 1933 von den Nationalsozialisten öffentlichkeitswirksam eingeweiht wurde. Eine gewisse Nähe zum Nationalsozialismus und Antisemitismus demonstrierten einige der Regimentsveteranen bereits bei dem Treffen drei Jahre davor.

Erneute Umbenennung beantragt 

1961 wurde auf dem Platz eine weitere Gedenkstätte eingeweiht, die der Opfer beider Weltkriege gewidmet ist. An die Einweihung, die 28 Jahre zuvor dort stattfand, hat dabei niemand erinnert, vermutlich auch nicht an die damalige Umbenennung. Heute gibt es erneut Bestrebungen, den Platz umzubenennen. Im Ortsbeirat der Mainzer Neustadt wurde darüber bereits heftig diskutiert und im Juni 2020 haben dort die Befürworter mehrheitlich für einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung gestimmt. Über diesen muss nun der Stadtrat entscheiden…

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe August 2020)

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Außer dieser Mauer wurde zur Einweihung zum einen auch dieser Bronze-Löwe aufgestellt, der von dem Künstler Carl Moritz Hoffmann erschaffen wurde. Zum anderen gab es daneben eine Brunnenanlage, die vom Mainzer Verschönerungsverein gestiftet und von Philipp Preis gestaltet wurde. Die ursprünglich zwei Quellsprudel wurden 1964 durch 16 Bogenstrahler ersetzt. Nachdem der Brunnen nicht mehr funktionierte wurde vor einigen Jahren das Becken mit Erde zugeschüttet und eine Rasenfläche angelegt

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Der Ehrenhof wurde später um ein Erinnerungsmal für die 263. Infanterie-Division ergänzt. Die Einweihung fand am 2. Juli 1961 statt.

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Gegenüber des Ehrenmals liegt das Rabanus-Maurus-Gymnasium(117er Ehrenhof 2). Es wurde von 1886-89 erbaut und am 4. November 1889 als altsprachliches Ostergymnasium eingeweiht. (Damals begannen die Schuljahre zu unterschiedlichen Terminen, hier an Ostern).

In den Jahren 1933 bis zu seiner Zerstörung durch die Bombenangriffe am 27. Februar 1945 trug es den Namen Adam-Karrillon-Gymnasium. Am 14. Juni 1953 wurde es als Rabanus-Maurus-Gymnasium wiedereröffnet. 1967 wurde das Gebäude aufgestockt und erhielt eine überdachte Eingangstreppe. Diese Überdachung wurde im Jahr 2003 wieder entfernt. Seit 1. Januar 1975 ist die Stadt Mainz Träger der Schule.

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