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Anna-Seghers-Platz

Der Platz zwischen den beiden Bürotürmen des Bonifaziuszentrums in der Nähe des Hauptbahnhofs wurde 2004 nach der am 19. November 1900 in Mainz als Netty Reiling geborenen Schriftstellerin benannt.

1933 verließ sie Deutschland auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. Ihrer Heimatstadt setzte sie in der Erzählung „Ausflug der toten Mädchen“ und dem Roman „Das siebente Kreuz“ ein literarisches Denkmal. 

Nach ihr ist auch die Öffentliche Bücherei der Stadt Mainz benannt worden, die an diesem Platz beheimatet ist.

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Kommunistin, Kämpferin für den Weltfrieden und preisgekrönte Schriftstellerin

(kk) Der Anna-Seghers-Platz liegt im Schatten der Bonifazius-Türme in der Nähe des Mainzer Hauptbahnhofs, wo sich auch die Anna-Seghers-Stadtbücherei befindet. Anna Seghers, die als Netty Reiling im Jahr 1900 in Mainz zur Welt gekommen ist, zählt zu den größten deutschen Schriftstellerinnen. 

Zu dieser Zeit führen ihre Eltern, die der orthodoxen israelitischen Religionsgemeinschaft angehören, ein Kunst- und Antiquitätengeschäft. Ihr einziges Kind Netty besucht in Mainz die Höhere Mädchenschule, das heutige Frauenlob-Gymnasium, und arbeitet im Kriegshilfsdienst während des Ersten Weltkriegs. 

Nach dem Abitur verlässt sie Mainz und kehrt nie mehr dorthin zurück. Die inzwischen 20-Jährige geht nach Köln und Heidelberg, um Geschichte, ostasiatische Kunstgeschichte und Chinakunde zu studieren. In Studentenkreisen diskutiert sie mit über soziale Fragen und Karl Marx und lernt den jüdischen Soziologen Laszlo Radvanyi aus Ungarn kennen.

Aus Netty Reiling wird Anna Seghers 

1925 heiraten die beiden, nachdem die junge Braut in Philosophie promoviert hat. Anschließend zieht das Paar nach Berlin, wo erste Werke der Schriftstellerin erscheinen und ihre beiden Kinder zur Welt kommen. Ab 1928 nennt sie sich dann Anna Seghers. Daraus spricht einerseits ihre Verehrung für Hercules Seghers, einen niederländischen Künstler der Rembrandt-Ära. Manche vermuten andererseits, dass sie damit versucht, ihre jüdische Herkunft zu verschleiern. In dieser Zeit wird die junge Autorin mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet und wird Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

In der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland flieht die Familie über die Schweiz und Frankreich nach Mexiko City. Erfahrungen aus dieser Zeit verarbeitet Anna Seghers 1944 in ihrem Roman „Transit“, gleichzeitig schließt sie sich dem antifaschistischen Kampf an. 

Verbindungen zu Mainz und Berlin 

Drei Jahre später kehrt Anna Seghers nach Berlin zurück, erhält den renommierten Georg-Büchner-Preis und tritt der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei. 1950, ein Jahr nach Gründung der DDR, zieht sie nach Ost-Berlin und ist in den folgenden Jahren in der Friedensbewegung aktiv. 1951 wird sie erstmals mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Im Jahr darauf wird sie für 26 Jahre Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1962 erscheint „Das Siebte Kreuz“ zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland. 20 Jahre davor war das Buch schon in den USA auf Englisch und in Mexiko auf Deutsch erschienen. Es ist ihr wohl bekanntester Roman, vielleicht auch, weil er in Amerika verfilmt wurde. 1975 wird Anna Seghers Ehrenbürgerin von Ost-Berlin, sechs Jahre danach auch von ihrer Geburtsstadt Mainz.

1983 stirbt die inzwischen weltweit bekannte Autorin und wird mit einem Staatsakt in der von ihr mitbegründeten Akademie der Künste geehrt. Sie wird in Berlin beigesetzt und ihre ehemalige Wohnung in der Anna-Seghers-Straße, die seit 1984 so heißt, zur Gedenkstätte. In Mainz ist außer dem Anna-Seghers-Platz und der gleichnamigen Bibliothek auch eine Integrierte Gesamtschule nach ihr benannt, die eine Partnerschaft mit der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule in Berlin verbindet. Wie ihre Tochter so wird auch Anna Seghers Mutter, die in Mainz ehrenamtlich engagierte und im Konzentrationslager ermordete Hedwig Reiling, von der Stadt geehrt: mit einem Stolperstein am Fischtorplatz. 

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Oktober 2019)

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An einem der beiden Hochhäuser wurde zum 100. Geburtstag des 1. FSV Mainz 05 im Jahr 2005 ein weithin sichtbares Transparent angebracht

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