STRASSEN

Boppstraße

Lage: Zwischen Kaiserstraße und Kaiser-Wilhelm-Ring

Erstmals erwähnt 1880 im Mainzer Adressbuch. Namensgeber ist Prof. Dr. Franz Bopp. Er wurde 1791 in Mainz geboren und verstarb 1867 in Berlin. Als Sprachwisssenschaftler war er der Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft (Indogermanistik). Sein Hauptwerk ist die 1833 erschienene "Vergleichende Grammatik des Sanskrit, Zend, Griechischen, Lateinischen, Litauischen, Gotischen und Deutschen".

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Franz Bopp – der Name zur  Straße

(sk) Wenn man die Neustädter fragt, was sie  einem über die Boppstraße berichten können, dann erzählen sicherlich viele, dass sie die größte Geschäftsstraße in unserem Stadtviertel ist, dass sie die einzige Straße in der Neustadt ist, von der man noch die Kuppel des Doms sehen kann, oder dass in der Boppstraße der Mainzer Rosenmontagszug startet. Einige kön­nen sich vielleicht auch noch daran erinnern, dass zwischen 1904 und 1931 durch die Boppstraße die erste Mainzer Straßenbahnlinie führte. 

Aber wer weiß, wer der Namensgeber die­ ser pulsierenden Einkaufstraße ist? War er viel­ leicht ein Mainzer Politiker oder Universitäts­professor, oder wurde die Straße gar nach einem Fußballer der 05er benannt? Nein, Franz Bopp war ein deutscher Sprachwissenschaftler und Sanskritforscher und gilt als Begründer der historisch­vergleichenden Sprachwissen­schaften. 

Bopp wurde am 14. September 1791 in  Mainz geboren. Seine Familie lebte in der Mittleren Bleiche 65, sie zog aber aufgrund der politischen Wirren bereits 1792 nach Aschaf­fenburg um. Mainz stand kurz vor der Ein­nahme durch die französische Revolutions­armee, und neben dem Kurfürsten und dem Erzbischof verließen auch viele Mainzer Bür­ger die Stadt. Ein Großteil flüchtete nach Aschaffenburg, das ebenfalls zum Erzbistum Mainz gehörte.

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Franz Bopp besuchte in Aschaffenburg das  Gymnasium und wurde dort von Karl Joseph Windischmann gefördert. Windischmann war u. a. Hofarzt des von Mainz geflüchteten Kur­fürsten von Erthal sowie Professor für Philo­sophie und Geschichte. Er weckte bei Bopp erstes Interesse für orientalische Studien und die Schriften Friedrich Schlegels. 

Briefkontakte mit Philosophen und Sprach­ wissenschaftlern seiner Zeit veranlassten Bopp, wie schon sein Vorbild Schlegel, zum Studium nach Paris zu gehen. Finanziell unterstützt wurde er dabei von der Bayerischen Regierung. 

Durch Studium der dortigen Bücher-­ und  Handschriftensammlungen erhielt er Einblick in die verschiedensten indogermanischen Spra­chen. Diese Erkenntnisse bildeten das Grundgerüst für sein 1816 entstandenes Standardwerk „Über das Konjugationssystem der Sanskrit­sprache in Vergleichung mit jenem der griechi­schen, lateinischen, persischen und germani­schen Sprache.“ Die Schrift markierte den Beginn der vergleichenden Sprachwissenschaft und der Indogermanistik. 

Bei einem Aufenthalt in London lernte er  den preußischen Botschafter Wilhelm von Humboldt kennen. Dieser wurde sein Sanskrit-Schüler. Humboldt war es auch, der ihn 1821 nach Berlin holte und befürwortete, dass Bopp eine Professur an der Universität zu Berlin erhielt. Den Lehrstuhl für „Orientalische Litteratur und allgemeine Sprachkunde“ hatte er bis zu seinem Tod 1867 inne. 

In Berlin entstanden noch weitere Lehr­ - und Standardwerke zur Sanskritforschung. 

Außerdem wurde 1866 die Bopp­-Stiftung  begründet, die über viele Jahrzehnte jährlich einen Förderpreis an Gelehrte verlieh, die im Bereich der Sanskritforschung bzw. verglei­chenden Sprachwissenschaften tätig waren. 

Die Stadt Mainz hat Bopp zu Ehren nicht  nur eine Straße nach ihm benannt, seit 1992 gibt es zudem eine Gedenktafel an der Fassade des Eltzer Hofes in der Nähe seines ehemaligen Wohnhauses.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe März 2012)

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