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Emausweg

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(kk) Der Emausweg verbindet Wallau- und Sömmerringstraße in der nördlichen Neustadt, die sich in nächster Zukunft stark verändern wird. Hier entsteht rund um den neuen Quartiersplatz ein ganz neues Wohngebiet.

Pilgern – Herkunft und Bedeutung des Namens

Emaus oder auch Emmaus bedeutet im Hebräischen „warme Quelle“ und ist ein geläufiger Ortsname oder Namenszusatz. Manche Menschen kennen ihn aus dem Lukas-Evangelium: Dort ist die Rede von einem Ort Emmaus in der Nähe von Jerusalem. Nach Jesus‘ Tod machen sich einige Jünger auf den Weg dorthin. Unterwegs begegnen sie einem Mann, den sie im späteren Verlauf als den auferstandenen Messias erkennen. Auf diesen „Emmausgang“ sollen unsere heutigen Osterspaziergänge ebenso zurückgehen wie das süddeutsche oder österreichische „Emmauspilgern“ am Ostermontag, der deshalb auch „Emmaustag“ genannt wird.

Prozessionen - Warum es hier einen Emausweg gibt

Geistlich geprägte Umzüge und Prozessionen verliefen früher auch durch den Mainzer Emausweg. Sie führten vom Stift Alt-St. Peter, das sich bis Mitte des 17. Jahrhunderts ungefähr am heutigen 117er Ehrenhof befand, in die Nähe des späteren Zoll- und Binnenhafens zur St. Theonest-Kapelle, die im 16. Jahrhundert abgerissen wurde. Hinweise auf diese Kapelle, so genannte Papstbullen, wurden gerade in diesen Tagen bei den aktuellen Bauarbeiten rund um den Emausweg entdeckt.

Prozesshaftes - Wie sich der Emausweg verändert

Damals wie heute ist im Emausweg und um ihn herum vieles in Bewegung. In der nördlichen Neustadt entsteht ein neuer Quartiersplatz, so wie ihn schon der legendäre Stadtbaumeister Eduard Kreyßig geplant hatte, wenn auch an anderer Stelle. Darüber hinaus wird es rund um den Platz ein neues Wohngebiet geben mit bis zu 500 neuen Wohneinheiten, Geschäftsräumen und sozialen Einrichtungen – also ein Mischgebiet, ähnlich dem, das laut Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz schon früher hier stand.
Im Zuge dessen werden sich auch Wallaustraße und Emausweg verändern. Für Letzteren sieht der Bebauungsplan einen verkehrsberuhigten Bereich vor, damit Eltern und Kinder sicher zur Kindertagesstätte Emausweg kommen können. Gleichzeitig soll weniger Straßenverkehr für mehr Wohnqualität und eine verbesserte Barrierefreiheit sorgen.

Pietà - Emmaus ist überall

Der Emausweg ist nicht nur der Name einer Mainzer Straße. Er ist auch im übertragenen Sinn das Motto der Emmaus-Bewegung, die im Namen der barmherzigen Nächstenliebe (Pietà) Armut und Obdachlosigkeit bekämpft. 1949 begründete sich das Sozialwerk aus der Arbeit für Wohnungslose der Emmaus-Bruderschaft bei Paris. Treibende Kraft war der katholische Priester und Kapuziner Henri Antoine Grouès, besser bekannt als Abbé Pierre. Heute hat die unabhängige Wohltätigkeitsorganisation in über 30 Ländern, auch in Deutschland, Vertretungen, die alle der Dachorganisation Emmaus International angehören. Ihr Ziel ist es, Menschen, die von Armut, Krankheit, Obdachlosigkeit und Einsamkeit betroffen sind oder gerade aus dem Gefängnis kommen, auf ihrem ganz persönlichen Emmaus-Weg zurück in die Gesellschaft zu unterstützen.
Übrigens: Nicht nur Mainz hat eine Neustadt mit einem Emmaus-Bezug. In der Neustadt der tschechischen Hauptstadt Prag steht das Emmaus-Kloster, das seine Weihe im 14. Jahrhundert erhielt – natürlich am „Emmaustag“.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Januar 2020)

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Kontakt

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