STRASSEN

Frauenlobstraße

Lage: Zwischen Kaiser-Wilhelm-Ring und Taunusstraße

Die Straße hieß 1860-1884 Platanenweg/-straße, 1884-heute Frauenlobstraße.

Die ursprüngliche Frauenlobstraße auf dem Kästrich wurde 1884 auf Antrag der Anwohner in Terrassenstraße umbenannt, der Name wurde auf die bisherige Platanenstraße in der Neustadt übertragen.

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(rei) Die Frauenlobstraße ist mit einer Länge von rund 1.200 Metern eine der längeren Straßen in der Mainzer Neustadt. Sie beginnt am Kaiser-Wilhelm-Ring in der Nähe des Hauptbahnhofes, quert die Boppstraße und die Hindenburgstraße, führt am Frauenlobplatz ent lang und endet schließlich Ecke Taunusstraße am Frauenlobtor in der Nähe des Rheinufers.

Mainzer Minnesänger 

Namensgeber ist der Sänger und Dichter Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob. Nicht zu verwechseln mit dem Markgrafen Hein rich III. von Meißen. Frauenlob wurde irgendwann zwischen 1250 und 1260 in Meißen geboren. Am dortigen Hof lernte er die Dicht- und Gesangskunst. Er war einer der einflussreichsten Dichter und Minnesänger des aus gehenden 13. und beginnenden 14. Jahrhunderts. Schon in seinem Frühwerk galt er als ein Vertreter der bildreichen und blumigen Sprache. In den Jahrzehnten um 1300 war er unter anderem an den Adelshöfen in Brandenburg, Böhmen und Österreich tätig. Frauenlob verfasste mehrere hundert weltliche und geistliche Singsprüche, die er mit ausgefallenen Melodien versah. Als sein größtes Werk gilt der „Marienlaich“, mit 20 Strophen. Darin preist er überschwänglich die Jungfrau Maria. Allgemein sang er häufig über die Reize und die Tugenden der Frauen. Den Beinamen Frauenlob soll der Dichter sich aber selbst gegeben haben. Er galt als exzentrisch und selbstverliebt. In einem Lied machte er deutlich, dass er sich für einen besseren Dichter hielt, als viele seiner Zeitgenossen. Diese hätten nur den „Schaum von der Oberfläche“ gesungen. Seine Kunst komme dagegen „vom Grunde des Kessels“.

In den letzten sechs Jahren seines Lebens lebte der Minnesänger in Mainz als Schützling des Erzbischofs Peter von Aspelt, nach dem ebenfalls in der Neustadt eine Straße benannt ist. Frauenlob wurde am 29. November 1318 im Kreuzgang des Mainzer Doms beigesetzt. Von spätmittelalterlichen Geschichtsschreibern wird überliefert, dass er als Dank für seine Lobpreisungen des weiblichen Geschlechts von Frauen zu seinem Grab getragen worden sei. Sie hätten auf das Grab soviel Wein gegossen, dass der ganze Kreuzgang überschwemmt gewesen sei. Der Leichenzug ist auf der unteren Platte des Frauenlob-Grabmals dargestellt. 

Spurensuche

Ein Brunnen am Frauenlobtor unten am Rhein ist wohl das auffälligste Denkmal, das die Stadt Mainz dem Minnesänger gesetzt hat. Die Plastik zeigt Frauenlob mit einer Laute in der Hand stehend in der Barke. Die Frauenlobbarke ist insgesamt ungefähr 3,40 Meter hoch und wurde 1981 von Richard Heß in Bronze gegossen. Das Frauenlob-Gymnasium ist gar nicht weit entfernt. Es ist eine Ganztagsschule mit rund 1.000 Schülerinnen und Schülern. Am Frauenlobplatz findet donnerstags am Vormittag ein kleiner Wochenmarkt statt. Der Platz ist ein beliebtes Freizeitziel in der Neustadt. Der große Spielplatz ist immer gut besucht, praktisch ist hier das kostenlose öffentliche Toilettenhäuschen . Auf dem Frauenlobplatz steht der Minnesängerbrunnen, ein schlichter Springbrunnen aus dem Jahr 1957. Auf einer etwa zehn Meter breiten Wand ist auf glasierten Keramik platten Frauen lob beim Minnegesang zu sehen. Rings um den Platz sind zahlreiche Imbisse ebenso vertreten wie eine Postfiliale und die Weinstube Hahnenhof.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Oktober 2015)

Adresse

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55118 Mainz

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