STRASSEN

Jakob-Dieterich-Straße

Lage: Zwischen Nackstraße und Forsterstraße

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sk) Jakob Dieterich wurde am 21. März 1829 in Mainz geboren. Über seinen Werdegang ist nur sehr wenig verzeichnet, bekannt ist, dass er Mitglied des Stadtrates und Präsident des Gewerbevereins in Mainz war.

Der Grund, warum man eine Straße nach ihm benannte, war vor allem sein leidenschaftlicher Einsatz für die Erweiterung des Stadtgebietes nach Norden ins Gartenfeld. Er war Mitbegründer der „Gesellschaft zur Übernahme des Festungsgeländes“ (1869) sowie des Stadterweiterungsvereins (1870).

Die Erweiterung des Stadtgebietes ins Gartenfeld hinaus war der ganzen Stadt ein dringendes Anliegen. Mainz war als Bundesfestung von einem Bastionsgürtel umgeben und durfte nicht über die Stadtgrenzen hinaus bebaut werden, da das Feld vor dem Schutzwall ein freies Schussfeld bieten musste.

Die industrielle Revolution im 19. Jahr hundert hatte aber dafür gesorgt, dass die Bevölkerung stark anwuchs und dass Mainzer Bürger nun auf engstem Raum zusammenlebten. Ein weiteres Problem der Befestigungsanlagen war, dass die Mainzer Wirtschaft anderen Städten hinterherhinkte, weil sich auf dem Stadtgebiet nur kleinere und mittelständische Betriebe ansiedeln konnten. Für große, moderne Industrie anlagen war einfach kein Platz.

Der Weg für eine Stadterweiterung wurde dann endlich frei, als durch den Sieg im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 die Grenzfestungen von Mainz nach Metz verlegt wurden und die Befestigungsanlagen nicht mehr benötigt wurden. Am 21. September 1872 konnte durch den Stadterweiterungsvertrag der Erweiterung des Stadtgebietes ins Gartenfeld endlich stattgegeben werden.

Lederwerke setzen sich für Straßennamen ein

Im Gartenfeld siedelten sich verschiedene Handwerksbetriebe und Fabriken an – unter anderem auch die größte Mainzer Fabrik, die Lederwerke „Mayer, Michel & Deninger“. Sie hatte ihren Standort im Gebiet zwischen heutiger Josefsstraße und Goetheschule und beschäftigte zeitweise über 1.000 Arbeiter.

1907 setzte sich die Geschäftsleitung der Lederwerke für die Umbenennung einer Privatstraße auf ihrem Firmengelände in Jakob-Dieterich-Straße ein. Dem wurde stattgegeben. Heute beginnt die Jakob-Dieterich-Straße am Sömmerringplatz, sie kreuzt die Hindenburgstraße bevor sie dann ab der Nackstraße in die Lennigstraße übergeht.

Die Benennung einer Straße nach ihm erlebte Dieterich nicht mehr, er starb bereits am 26. Februar 1884 im Alter von nur 54 Jahren.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe April 2016)

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