STRASSEN

Lennigstraße

Lage: Zwischen Kaiser-Wilhelm-Ring und Nackstraße

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Johann Friedrich Lennig –  der Name zur Straße

„Ins Angesicht vun aller Welt
hun se de Gudeberg ze Meenz hoch uffgestellt 
dar hat de Druck zer allererscht erfunne, 
und hot sich doderdorch die Welt zum Freind gewunne.“

(sk) Diese Zeilen über das Gutenbergdenkmal  stammen aus der Feder des Mainzer Mundartdichters Johann Friedrich Lennig und gehören zu einer Sammlung von mundartlichen Gedichten, die 1830 von ihm in dem Sammelband „Etwas zum Lachen“ veröffentlicht wurden. 

Lennig wurde 1796 in Mainz „Am  Markt 9“ geboren. Seine Eltern waren Kaufmannsleute, sein Bruder Adam Franz Lennig wurde später Domdekan in Mainz. Lennig ist außerdem der Urgroßonkel von Seppel Glückert (Präsident und Protokoller des MCV zwischen 1928 und 1955) 

Friedrich Lennig besuchte das Rabanus- Maurus-Gymnasium (von 1798 und 1814 unter französischer Besatzung hieß es „Mainzer Lyzeum“ und war im Jesuitennoviziat in der Hinteren Christofsgasse untergebracht) und absolvierte am Bischöflichen Seminar einen philosophischen Kursus. Nach der schulischen Ausbildung schloss er in St. Gallen in einer Leinwandhandlung eine Kaufmannslehre ab. 

Den Kaufmannsberuf übte er jedoch nie  aus, da er darin nicht seinen Lebenszweck erkannte. Friedrich Lennig galt als hochgebildet, er besaß ein umfangreiches Wissen in Theologie und Geschichte und beherrschte viele moderne und klassische Sprachen. 

Aufgrund seiner Sprachkenntnisse übersetzte  er unter anderem „Das Lied des letzten Minnesaengers“ von Sir Walter Scott aus dem Englischen ins Deutsche.

Hauptsächlich ist er aber wegen seiner  Sammlung von Gedichten in Rhein hessischer und Pfälzer Mundart sowie Deut scher Hochsprache bekannt. Auch schrieb er Possen für die Mainzer Fastnacht. Friedrich Lennigs Gedichte beschreiben oft die einfachen Men schen, gerne persifliert er die Pfälzer Bauern, die er im Geschäft seiner Eltern und den umliegenden Läden am Markt oder bei Ausflügen in das Mainzer Hinterland beobachten konnte. 

Im Januar 1838 gehörte Lennig zu den  Mitbegründern des Mainzer Carneval Vereins, er war dort allerdings nicht lange Mitglied, da er bereits drei Monate später im Alter von 41 Jahren am in Mainz grasierenden Typhusfieber starb. 

Ihm zu Ehren trägt sein Geburtshaus am  Marktplatz 9 den Beinamen Lennighaus und die kleine Querstraße zwischen Kaiser-Wilhelm-Ring und Nackstraße in der Mainzer Neustadt heißt Lennigstraße.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe September  2012)

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c/o caritas-zentrum Delbrêl
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55118 Mainz

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Tel.: 0151 1922121
Tel.: 06131  6367034

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