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Peter-Cornelius-Platz

Lage: Zwischen Uhlandstraße und Goethestraße

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(kk) Der Peter-Cornelius-Platz ist ein grünes Dreieck in der Mainzer Neustadt zwischen Kaiser-Wilhelm-Ring, Goethe- und Uhlandstraße. Dazu gehört ein kleiner Spielplatz, der vor knapp zwei Jahren erneuert wurde.

Sucht man im Internet nach dem Namen Peter Cornelius, hat man unter anderem die Wahl zwischen einem Maler und einem Fotografen aus Deutschland sowie einem Opernsänger aus Dänemark und einem Popsänger aus Österreich. Der Peter-Cornelius-Platz ist jedoch nach keinem von ihnen benannt, sondern nach dem Schauspieler, Kritiker, Komponisten und Musikdozenten, der 1824 in Mainz zur Welt kam. Nach der Realschule ist der junge Cornelius zunächst Schauspieler wie seine Eltern, Carl und Friederike, die außer ihm noch einen älteren Sohn und eine jüngere Tochter haben. Im Alter von etwa 19 Jahren wird er Hofschauspieler in Wiesbaden, jedoch mit so wenig Erfolg, dass er etwas später die Schauspielerei aufgibt und sich der Musik zuwendet. Er studiert Komposition und es entstehen erste Werke von ihm.

Liszt und Wagner

Ein Jahr später zieht der junge Mainzer zu seinem Onkel, dem Maler Peter von Cornelius, nach Berlin. Hier arbeitet er als Musikkritiker für zwei Berliner Blätter und lernt im Haus seines Onkels viele berühmte Zeitgenossen kennen, unter anderem auch Franz Liszt. Für ihn wird er etwas später in Weimar als Sekretär und Übersetzer tätig und Liszt dirigiert dort die Uraufführung von Cornelius’ wichtigstem Werk, der Oper „Der Barbier von Bagdad“. Die Vorstellung wird jedoch von Liszt-Gegnern massiv behindert, woraufhin Cornelius 1859 nach Wien zieht, obwohl ihm in Weimar doch noch die ersehnte Anerkennung zu Teil wird: Die Uraufführung von „Der Cid“, seinem zweiten „lyrischen Drama“, wie er es selbst nennt, ist erfolgreicher als seine Vorgänger-Oper.

Das macht den jungen Komponisten aber noch nicht unbedingt selbstbewusster seinem großen Vorbild Richard Wagner gegenüber. Seinem Einfluss erlegen, verlässt Cornelius nach Weimar auch Wien und folgt seinem Idol nach München. Dort finden sich beide auf der Gehaltsliste des Wagner-Gönners König Ludwig II. wider.

Lieder und Lehre

Im Gegensatz zu Wagner liegt Cornelius’ musikalischer Schwerpunkt jedoch zeitlebens nicht auf Opern, sondern auf der Dichtung und Komposition von Liedern. Er bezeichnet sich selbst als „Dichterkomponisten“. Doch er hat Mühe, aus dem Schatten seiner Idole Liszt und Wagner heraus zu treten, auch wenn seine „Brautlieder“ und seine Weihnachtslieder im Genre der bürgerlichen Hausmusik bis heute musikalisch herausragen. 1867 beginnt er damit, sein Können an der Münchner Hochschule für Musik und Theater im Fach Harmonielehre weiterzugeben. Im gleichen Jahr heiratet er Bertha Jung, mit der er eine Tochter und drei Söhne hat. Einer davon ist Carl Cornelius, der mit dem Nachlass seines Vaters und einer Biografie über ihn den Grundstein zum späteren Peter-Cornelius-Archiv in der Mainzer Stadtbibliothek legt.

Ehrungen und Erinnerungen

Kurz vor seinem 50. Geburtstag stirbt Peter Cornelius an den Folgen der Zuckerkrankheit, die damals noch nicht zu heilen ist, in Mainz. Dort wird er auf dem Hauptfriedhof beerdigt. In seiner Heimatstadt sind neben dem oben erwähnten Archiv und dem Platz in der Neustadt auch – sehr passend – das Konservatorium sowie eine nicht dotierte Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz nach ihm benannt: Die Peter-Cornelius-Plakette wird zusammen mit einer Urkunde an Bürgerinnen oder Bürger vergeben, die sich besonders um die Musikpflege und -schöpfung verdient gemacht haben.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Oktober 2018)

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