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Sömmerringstraße

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(kk) Das muss ein wichtiger Mensch sein, nach dem nicht nur eine Straße, sondern auch noch ein Platz benannt ist! Professor Samuel Thomas Sömmerring ist so einer. Seine Zeitgenossen bezeichnen ihn schließlich als „Deutschlands Hippokrates“ in Anlehnung an den berühmtesten Arzt des griechischen Altertums, der die Medizin als Wissenschaft begründet haben soll.

Sömmerring, der später vielseitig interessierte und reisefreudige Mediziner, Naturforscher und Erfinder, kommt 1755 in Thorn an der Weichsel (heutiges Polen) als Sohn eines Arztes zur Welt. In Göttingen studiert auch er zunächst Medizin, wird nach seiner Dissertation jedoch Professor in Kassel. Dort gründet er Deutschlands erstes „Anatomisches Theater“, in dem der Anhänger der praktisch-populären Medizin öffentliche Vorführungen veranstaltet und sogar wohnt.

1784 tritt Sömmerring eine Lehrtätigkeit an der Mainzer Universität an und verhilft ihr zu bis dahin nie gekanntem Renommee. Nach 1793 zieht der protestantische Aufklärer von Mainz nach Frankfurt und kündigt 1797 seine gut dotierte Professur an der Mainzer Uni. Er wird wieder praktischer Arzt und führt 1800 in Frankfurt am Main die Pockenimpfung ein. Das verschafft ihm die Mitgliedschaft in der Münchner Akademie der Wissenschaften, die Ernennung zum Kurfürstlichen Pfalz-Bayrischen Hofrat und sogar die Erhebung in den Adelsstand. Zur selben Zeit verlagert sich Sömmerrings Interesse immer mehr auf Erdzeitgeschichte (Paläontologie) und Physik, was schließlich dazu führt, dass der naturwissenschaftliche Tausendsassa 1809 den ersten elektrochemischen Telegrafen erfindet. 1828 feiert er sein 50-jähriges Doktorjubiläum, zwei Jahre später stirbt Sömmerring im Alter von 75 Jahren in Frankfurt am Main.

In der Mainzer Sömmerringstraße befindet sich heute unter anderem die redaktionelle Heimat des Neustadt-Anzeigers, im Büro der „Sozialen Stadt“. Der Sömmerringplatz wird umrahmt von der gleichnamigen Straße und der Forsterstraße, die an einen weiteren Naturforscher erinnert. Georg Forster und Samuel Thomas Sömmerring lernten sich etwa 1778 in London kennen und wurden Freunde. Aber aufgrund politischer Differenzen entzweiten sich die beiden zu ihren Lebzeiten. Heutzutage, sozu sagen posthum, sind sie in der Neustadt wieder vereint.

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Juli 2014)

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