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Valenciaplatz

Lage: Er wird umrahmt von der Goethestraße, Moltkestraße, Corneliusstraße und Kreyßigstraße

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(kk) Der Valenciaplatz liegt im Dreieck von Moltke- und Goethestraße. Er ist benannt nach der spanischen Stadt in der Bucht von Valencia an der Ostküste der Iberischen Halbinsel. Valencia war 1978 die erste Stadt in Spanien, die eine Partnerschaft mit einer deutschen Stadt einging, nämlich mit Mainz. Wie bei anderen Städtepartnerschaften gab es auch in diesem Fall bereits lange Zeit kulturelle und private Kontakte, bevor der Mainzer Stadtrat dieser Verbindung offiziell zustimmte. Der erste Kontakt zwischen den beiden Städten entstand im Rahmen einer Gastspielreise des Mainzer Staatstheaters. Der Städtepartnerschaft folgte 1998 die Gründung eines zunächst privaten Freundschaftskreises, der neun Jahre später zur Deutsch-Spanischen Gesellschaft Mainz-Valencia e.V. wurde. Sie fördert den kulturellen und freundschaftlichen Austausch zwischen den Menschen der beiden Städte und Regionen.

Die Goldene und die Schöne

Valencia und Mainz verbinden Gemeinsamkeiten, es gibt jedoch auch Unterschiede. Zum Beispiel leben in der drittgrößten spanischen Stadt mit rund 800.000 Menschen etwa viermal mehr als in ihrer deutschen „Schwester“. In Valencia wurde zum ersten Mal auf spanischem Gebiet die Buchdruckkunst mit beweglichen Lettern angewandt, die Gutenberg im Mainz des 15. Jahrhunderts erfunden hatte. Jede der Städte besitzt eine Universität, die beiden Hoch schulen stehen in engem Austausch. Sowohl Valencia als auch Mainz schauen auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück. „Aurea Moguntia“ (das Goldene Mainz) und „Valentia“ (die Schöne, Kraftvolle) wurden beide von Römern gegründet, denen jeweils zahlreiche Besatzungsmächte folgten.

In Valencia herrschten abwechselnd Phönizier, Griechen, Römer und Goten. Mehr als 500 Jahre lang entwickelten die Araber die Stadt zu einem bedeutsamen wirtschaftlichen und kulturellen Standort. 1238 wurde die Stadt von den Christen erobert, die mit Kirchen und gotischen Bauwerken Denkmäler hinterließen, die bis heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören. Das einst mächtige spanische Handelszentrum verlor jedoch an Bedeutung, als Amerika entdeckt wurde. Im 20. Jahrhundert kam Metall- und Textilindustrie nach Valencia und in den 1960er Jahren auch wieder der wirtschaftliche Aufschwung. 1982 wurde Valencia zur Hauptstadt der Valencianischen Gemeinschaft und der Provinz Valencia ernannt.

Diese wechselvolle Geschichte sorgte für eine bunte kulturelle Mixtur in der spanischen Stadt, ganz ähnlich der Mainzer Neustadt. Hier wie dort sind Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen zuhause. In der Neustadt gibt es den Moscheeverein genauso wie die Synagoge. Die Glocken der evangelischen Christuskirche sind hier genauso zu hören wie die der zwei katholischen Kirchen St. Bonifaz und Liebfrauen. Es kann kein Zufall sein, dass der Valenciaplatz ausgerechnet in der Mainzer Neustadt liegt und noch dazu die Adresse der Koordinatorin für die Belange von Migrantinnen und Migranten ist.

„Siesta Moguntia“

Der Valenciaplatz ist neben dem Feldbergplatz einer der grünsten Plätze in der Neustadt. Er ist kleiner als der Goetheplatz, hat aber gefühlt genauso viele Spielmöglichkeiten. Mit dem Bismarckplatz teilt er das Schicksal, etwas am Rand zu liegen, ist jedoch viel ruhiger als dieser. Beiden gemeinsam fehlen die angesagten Läden und Kneipen des zentraler gelegenen Gartenfeldplatzes, der dafür schneller überfüllt ist. Vielleicht ist der Valenciaplatz für manche der Geheimtipp unter den Neustadt-Plätzen, eine grüne Oase, auch und gerader während der Mittagsruhe, spanisch: Siesta. Neustadt, olé!

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Juli 2017)

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