STRASSEN

Zwerchallee

Lage: Zwischen Hattenbergstraße und Rheinallee

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(kk) Das Erscheinungsbild der Zwerchallee ist geprägt durch die Hochstraße und die Gebäude der ehemaligen Notunterkünfte, durch Autovermietungen und Dienstleistungsfirmen, das Tierheim und den Wertstoffhof der Stadt Mainz. Sie liegt zwischen Rheinallee und Hattenbergstraße, zwischen Mombach und der Mainzer Neustadt. Und das passt. Denn das Wort „zwerch“ wird unter anderem auf das Mittelhochdeutsche „twerch“, Althochdeutsche „twerah“ oder „dwerah“ für „schräg, verkehrt, quer“ zurückgeführt. In dieser Bedeutung ist es heute noch in Zwerchfell zu finden, das Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt, und so vermutlich auch im Namen der Straße gemeint.

Wechselhafte Vergangenheit

Die Zwerchallee wird von der Mainzer Namensforscherin Rita Heuser beschrieben als eine „im 18. Jh. als Baumallee angelegte Fortsetzung der Rheinallee, die quer die städt. Gemarkung abschließt“. Weiter heißt es: „Sie war mit einem Rondell versehen und diente als Promenadenweg für Adelige und Bürger“. Das ist heute zwar schwer vorstellbar, doch zeugt noch die kleine Nebenstraße „Am Rondell“ von dieser eleganten Vergangenheit der heute eher nüchternen Straße.

Für viele Mainzer stand ab den 1970er Jahren bis 2010 der Name Zwerchallee in Verbindung mit der dortigen „Notunterkunft, in der zuvor 40 Jahre lang Obdachlose und vor allem in finanziellen Schwierigkeiten steckende Familien untergebracht waren“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 30. 09. 2010 schreibt. Nach der Umsiedelung aller Bewohner und der „ersatzlosen Auflösung“ der Notunterkünfte wurden diese damals zum Abriss freigegeben. Auf dem Gelände sollten „kleinere Gewerbebetriebe angesiedelt werden; vor allem jene, denen es in der angrenzenden Neustadt zu eng geworden“ war. 

Perspektive für Flüchtlinge 

Doch 2013 zogen wieder schutzsuchende Men schen in den ehemaligen – wenn auch sanierten – Notunterkünften ein. „Als bekannt wurde, dass zwei der völlig heruntergekommenen Wohn blocks zu Flüchtlingswohnheimen ertüchtigt werden sollen, gab es durchaus Proteste“, war in der Mainzer Allgemeine Zeitung (AZ) damals zu lesen. Jedoch sollen sie „im Gegensatz zu vielen anderen Flüchtlingsunterkünften über abgeschlossene Wohnu gen (verfügen), die Familien nicht nur Privatsphäre, sondern auch eigene Küchen und sanitäre Anlagen bieten“. Anfang 2015 waren die Unterkünfte erneut Thema im Mainzer Stadtrat. Mitte Februar war klar, dass angesichts zu erwartender neuer Flüchtlinge die Gemeinschaftsunterkünfte weiter ausgebaut werden sollen. Laut AZ vom 25. 06. dieses Jahres sollen im kommenden September, Oktober 260 weitere Wohnungen fertig sein. Aber die Stadt brauche noch mindestens drei neue Flüchtlingsunterkünfte bis zum Jahresende.

Eine Idee war, Flüchtlinge im sogenannten Allianzhaus unterzubringen. Aber diese Möglichkeit „habe wohl nur kaum noch Realisierungschancen“, so Sozialdezernent Kurt Merkator. Das Gebäude war im April 2015 bereits Ort einer Aufführung von „Schneewittchen und die Zwerge“ mit Flüchtlingskindern aus der Zwerchallee. Zufall? „Zwerch“ wird immerhin auch als Ableitung des Wortes „Zwerg“ genannt und ist ein Ortsname in dem fiktiven Land Aventurien, in dem bereits seit Generationen Spieler des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ gegen Ungeheuer kämpfen, Rätsel lösen und Schätze finden als Abenteurer, Magier, Elf – oder eben als Zwerg … 

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Juli 2015)

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