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Die Meldungen von Mai 2026 - Die Themen des Monats

13.05.2026
Standing Ovations: Seniorinnen und Senioren singen ihre „Lebenslieder“
Abschlusskonzert des Martinsstifts Mainz bewegte das Publikum in der Christuskirche

Mit langanhaltenden Ovationen feierte das Publikum in der Mainzer Christuskirche den 94-jährigen Alois-Philipp*, der für seine verstorbene Frau „Dein ist mein ganzes Herz“ sang. Der wohlklingende Bariton berichtete dabei von seiner Zeit beim Männerchor „Gonsenheimer Spatzen“. Anschließend sangen alle gemeinsam zur Melodie von Frank Sinatras „My Way“. Es waren die bewegendsten Momente des Konzerts „Lebenslieder“, das am 29. April vor der voll besetzten Kirche stattfand.


 Abschlusskonzert „Lebenslieder“ in der Christuskirche Mainz (Fotos: Adrian Noltemeier)

Mit dem Projekt „Lebenslieder“ rücken Dekanatskantor Arno Krokenberger von der Christuskirche Mainz und Joachim Sallmann vom Sozialdienst des Martinsstifts der Mission Leben die Perspektiven der ältesten Generation in den Mittelpunkt. Beim Abschlusskonzert sangen die Seniorinnen und Senioren „ihr Leben“ – verbunden mit ihren eigenen persönlichen Erinnerungen und Geschichten. Unterstützt wurden sie von weiteren Musikerinnen und Musikern, begleitet von Arno Krokenberger am Piano. Zu dem Mitsing-Konzert waren Bewohnerinnen und Bewohner aller Pflegeheime der Mainzer Innenstadt eingeladen.

Gemeinsam sang die Gruppe „Wenn alle Brünnlein fließen“ mit einem leicht veränderten Text, den der spätere Ehemann von Ingeborg vor über 75 Jahren für sie geschrieben hatte. Beim „Ostpreußenlied“, das aus Pietätsgründen nur von den Begleitsängern intoniert wurde, erzählte Susanne die Fluchtgeschichte ihrer Mutter aus der Nähe von Königsberg. Auch das Adventslied „Maria durch den Dornwald ging“ sorgte beim Publikum für Gänsehautmomente, nachdem Barbara geschildert hatte, warum sie dieses Lied ihr Leben lang begleitet hat. Ein besonderer Mainz-Moment entstand mit der Hymne „Im Schatten des Doms“ von Thomas Neger, mit der Anita ihre tiefe Verbundenheit zur Stadt Mainz ausdrückte. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“.

Es war für mich eine unglaublich schöne und wertvolle Erfahrung, gemeinsam mit Arno Krokenberger dieses Projekt mit diesen wunderbaren Menschen des gelebten Lebens geleitet zu haben“, sagte Joachim Sallmann.


Gemeinsames Singen der Seniorinnen und Senioren

Ein besonderes Projekt mit großer Resonanz

Die Idee zu dem Projekt entstand Ende des vergangenen Jahres. Der neue Dekanatskantor Arno Krokenberger hatte sich mit dem Wunsch an den Sozialdienst des Martinsstifts gewandt, gemeinsam eine musikalische Arbeit mit Seniorinnen und Senioren aufzubauen. Zusammen mit Joachim Sallmann sprach er Bewohnerinnen und Bewohner an, die Freude am Singen hatten und ihre Lebensgeschichten teilen wollten. Schnell entstand eine kleine Gruppe von Menschen, deren Erfahrungen und Erinnerungen das Projekt prägten. Aus diesen Begegnungen entwickelte sich die Idee der „Lebenslieder“: Musikstücke, die Menschen über Jahrzehnte begleitet und ihr Leben geprägt haben, wurden mit ganz persönlichen Geschichten verbunden. „Mich beschäftigen diese Geschichten, die wir jetzt hören und noch hören können. Sie gibt es vielleicht in einem Jahr nicht mehr, weil die Menschen schon verstorben sind“, so Arno Krokenberger.

Das Interesse der Medien an dem Projekt ist groß. Bereits bei der Generalprobe waren Presse, Radio und Fernsehen vor Ort, die Aufführung wurde zudem vom SWR begleitet. Auch andere Einrichtungen haben inzwischen Interesse an dem Konzept gezeigt.

Hintergrund:
Das Projekt war eine Kooperation der evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Innenstadt und des Mission Leben-Altenpflegeheims Martinsstift Mainz. Beide Einrichtungen verbindet eine langjährige Nachbarschaft sowie ihre evangelischen Träger. Geleitet wird das Projekt von Joachim Sallmann, Sozialdienst des Martinsstifts Mainz, und Dekanatskantor Arno Krokenberger; begleitet wird das Projekt von Melanie Bornas, Sozialdienstleitung des Martinsstifts.

* Auf die Nennung der Nachnamen der beteiligten Seniorinnen und Senioren wurde verzichtet.  
13.05.2026
Parkhäuser in der Neustadt nehmen nicht an Angebot Park@Night teil
SPD Mainz-Neustadt: Stadt muss zielführende Gespräche führen!

„Vor einigen Wochen hat der Oberbürgermeister das Angebot 'Park@Night' in den innerstädtischen Parkhäusern beworben und es als gute Alternative für die Bewohnerinnen und Bewohner dargestellt. Das Problem ist: Die Parkhäuser in der Neustadt sind nicht Teil des Angebots!”, stellt Alexander Klein, Mitglied des Ortsbeirats und stellvertretender Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt, klar. Im Rahmen des Angebots „Park@Night” soll vor allem das Nachtparken in den Parkhäusern stark vergünstigt werden. In der Mainzer Neustadt befinden sich drei öffentliche Parkhäuser: „Quartiersgarage”, „Rheinallee III” und „Weinlager”.


Forderung aus der Neustadt: Parkhäuser nachts auslasten! (Foto: SPD Mainz-Neustadt)
 
Auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Ortsbeirat Mainz-Neustadt berichtete die Stadtverwaltung, dass die Einbindung der Parkhäuser in der Neustadt in das Angebot „Park@Night“ derzeit noch in Abstimmung mit den jeweiligen Eigentümern sei und eine Rückmeldung noch ausstünde. „Das Ansinnen der Verwaltung, auch die Parkhäuser in das Angebot aufzunehmen, unterstützen wir ausdrücklich. Günstiges Nachtparken ist ein wichtiger Schlüssel zur Vermeidung von langer Parkplatzsuche und zugeparkter Kreuzungen”, unterstreicht Ulrike Ludy, ebenfalls Mitglied des Ortsbeirats Mainz-Neustadt, die Wichtigkeit zur Bekämpfung des Parkdrucks. „Da die Parkhäuser nachts eh kaum ausgelastet sind, soll die Verwaltung weiterhin für günstige Angebote einstehen”, fordert Alexander Klein weiter.

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11.05.2026
Das Leben bewusst nutzen“
Vom 10. Mai bis 18. November 2026 zeigt Madeleine Dietz ihre Ausstellung „Anwesend – Abwesend“ im Alten Dom St. Johannis in Mainz. Die Arbeiten beschäftigen sich mit Erinnerung und Vergänglichkeit.  (s.a. Veranstaltungskalender)

Viele religiöse und spirituelle Vorstellungen verstehen den Tod nicht als Ende, sondern als Übergang in eine andere Form des Seins. Die Fragen nach Ewigkeit, nach dem Weiterbestehen von Seele, Geist oder Bewusstsein sowie nach dem Göttlichen begleiten den Menschen bis heute.
Die Ausstellung von Madeleine Dietz im Alten Dom St. Johannis, in dem mehr als 200 Menschen begraben wurden, greift diese Fragen auf. Der Ort selbst wird zum Träger von Erinnerung und verweist auf die enge Verbindung zwischen Leben, Tod und Ritual. Erde, Stahl, Licht und Sprache verbindet sie mit dem besonderen Ort. Zentrale Elemente der Ausstellung sind Grababdeckungen, die mit wiederkehrenden Fragen wie „Was ist das Ende?“ oder „Gibt es ein Wiedersehen?“ versehen sind. Sie konfrontieren die Besucher*innen mit der eigenen Sterblichkeit. Sie laden dazu ein, über Erinnerung, Vergänglichkeit und die bewusste Gestaltung des eigenen Lebens nachzudenken.


Madeleine Dietz vor den Grababdeckungen (Foto: Evang. Dekanat Mainz)

Ein Interview mit der Künstlerin über ihre Werke und Fragen, die Menschen seit Jahrhunderten bewegen.


Frau Dietz, was hat Sie am Alten Dom St. Johannis in Mainz besonders angesprochen?

Dieser Ort hat mich schon vor einigen Jahren berührt, als Ausgrabungsort und Kirche. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen hier über Jahrhunderte gebetet, gefeiert oder auch Abschied genommen haben, spürt man eine besondere Atmosphäre.  

Wie entstand die Idee zur Ausstellung „Anwesend – Abwesend“?
Die Fragen nach Leben und Tod, nach Ewigkeit und Erinnerung beschäftigen mich schon seit über 40 Jahren in meiner künstlerischen Tätigkeit. Im Alten Dom wollte ich diese Fragen bewusst auch mit den Gräbern hier verbinden.  

Weshalb kreisen viele Ihrer Werke um Abschied und Vergänglichkeit?
Geboren werden, sterben und die Zeit dazwischen sind die großen Themen der Menschheit. Alles hat seine Zeit, auch das Abschiednehmen: zu erkennen, dass man jemanden dann nichts mehr fragen kann und manches womöglich ungeklärt bleibt. Doch wenn wir um einen Menschen trauern, zeigt das auch, wie wertvoll dieser für uns war.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie vor allem?
Eine besondere Rolle spielen Erde, Stahl, Licht und Schrift. Vor allem Erde ist für mich etwas sehr Elementares. Wir leben von ihr, essen und trinken, was aus ihr hervorgeht, und kehren am Ende wieder zur Erde zurück. Für die Ausstellung habe ich Erde aus der Pfalz, meiner Heimatregion, nach Mainz mitgebracht. Auch Licht ist für meine Arbeiten ganz entscheidend, weil es gut tut.

Was sind die Herzstücke der Ausstellung in Mainz?
Grababdeckungen aus königblauem Stoff wurden eigens für die Ausstellung im Alten Dom mit Digitaldruck angefertigt. Sie tragen Fragen und kurze Sätze, die zum Nachdenken anregen sollen. Mir war wichtig, dass die gezeigten Objekte Raum für eigene Gedanken lassen.

Wer sich umschaut, trifft auf Sätze wie „Gibt es ein Wiedersehen“. Warum?
Ich möchte bewusst Dinge nur skizzieren, doch keine fertigen Antworten vorgeben. Viel wichtiger sind doch die Gedanken, die vielen in bestimmten Situationen durch den Kopf gehen, etwa auf dem Friedhof. Manche Fragen stellen sich Menschen überall auf der Welt, unabhängig davon, ob sie christlich, muslimisch, jüdisch oder buddhistisch geprägt sind. Mein Wunsch ist, dass die Gäste sich Zeit nehmen und in Ruhe umschauen. Vielleicht bleiben sie an Worten hängen, etwa „Dein Plan für das Paradies“ und denken über ihr Leben nach.  

Was hat Sie persönlich geprägt?
Schon früh in meinem Leben musste ich mich mit Abschied und Verlust beschäftigen. Das hat mich geprägt und wurde auch ein Ausgangspunkt meiner künstlerischen Arbeiten, auch in Kliniken oder im Hospiz. Ich würde mich als christlichen Menschen bezeichnen. Der Glaube hat mir geholfen, Höhen und Tiefen gut zu bewältigen, mal mehr, mal weniger.

Was möchten Sie den Betrachtenden gern mitgeben?
Vielleicht den Gedanken, das Leben bewusst zu nutzen. Dinge nicht aufzuschieben und das Glas nicht halb leer, sondern öfter halb voll zu sehen. Ich bin selbst unglaublich dankbar: für drei erwachsene Kinder, einen Enkel und meinen Mann, mit dem ich seit über 50 Jahren verheiratet bin und der mich als Ingenieur auch beim Aufbau der Ausstellung unterstützt hat.

Zur Künstlerin:
Madeleine Dietz studierte an der Werkkunstschule Mannheim und arbeitet seit den 1980er Jahren mit Video, Performance, Raum- und Lichtinstallationen. Ihre Projekte, darunter die Kirchgänge (1993), führten sie u.a. nach Paris, Florenz und Houston. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, etwa den Daniel-Henry Kahnweiler-Preis (1992), den Ernst-Barlach-Preis (2003) und 2024 den Pfalzpreis für ihr Lebenswerk. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg sowie im Deutschen Künstlerbund.
Das Werk von Madeleine Dietz kreist seit vielen Jahren um die Frage nach dem Verhältnis von Fragment und Ganzheit, von Stabilität und Labilität, von Leben und Tod. In einer Vielzahl von Arbeiten und Installationen beschäftigt sie sich mit den „Schichten in der Zeit“, den „Zeit-Räumen“ und den „Sedimenten“ der Kultur, die uns umgeben, und macht diese für die Betrachter*innen neu erfahrbar.

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10.05.2026
Unser Kleiderkonsum wächst, unsere Erde nicht
Aktionen zum deutschen Erdüberlastungstag in Rheinland-Pfalz

Mit großen Kleiderbergen im öffentlichen Raum hat das Aktionsbündnis „Rheinland-Pfalz bewegt was“ in Mainz und Koblenz am 9. Mai auf die drastischen Folgen unseres Kleidungskonsums aufmerksam gemacht. Anlass ist der deutsche Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr auf den 10. Mai fällt. Würden alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften wie wir in Deutschland, wären ab diesem Tag alle erneuerbaren Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich für das gesamte Jahr reichen müssten. Ab dann leben wir auf Kosten anderer – insbesondere der Menschen im Globalen Süden und zukünftiger Generationen.


Fotos: Kredo

Im Zentrum der Aktionen standen große Kleiderberge aus gesammelten Altkleidern, die symbolisch den Massenkonsum von Kleidung sowie den enormen Ressourcenverbrauch der Modeindustrie darstellten. Kaum ein Konsumbereich hat in den letzten Jahren so stark an Dynamik gewonnen wie die sogenannte „Fast Fashion“ – mehr als 60 neue Kleidungsstücke kauft im Schnitt jede*r Deutsche im Jahr. „Wir leben so, als hätten wir drei Planeten, dabei haben wir nur einen“,  betont Edda Treiber ELAN-Fachpromotorin von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. und Sprecherin des Aktionsbündnisses.

Fast Fashion steht für ein System, das auf Verschwendung basiert. Für die Produktion unserer Kleidung werden große Mengen an Wasser, Energie und Rohstoffen benötigt, während gleichzeitig weltweit Menschen unter schlechtesten Arbeitsbedingungen Kleidung für den globalen Markt produzieren. „Wir kaufen billig ein – doch den wahren Preis zahlen andere: Menschen im Globalen Süden und die Umwelt“, so Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V.



Das Bündnis ruft dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Konsum zu hinterfragen – weniger kaufen, länger nutzen, reparieren oder tauschen. Gleichzeitig betont das Bündnis, dass die Verantwortung für einen Wandel nicht allein bei den Konsument*innen liegen darf. Denn diese stehen am Ende einer komplexen globalen Lieferkette, auf deren Bedingungen sie nur begrenzten Einfluss haben. „Es ist wichtig, das eigene Verhalten zu hinterfragen – aber es reicht nicht aus, die Verantwortung allein auf Einzelne abzuwälzen“, so Lea Kessler ELAN-Fachpromotorin von der BUND Regionalgruppe Koblenz. Ein grundlegender Wandel in der Modeindustrie kann nur gelingen, wenn politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die soziale und ökologische Standards verbindlich machen, wie es das Lieferkettengesetz vorsieht.

Zum Hintergrund
Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise haben. Neben dem globalen Erdüberlastungstag werden auch die länderspezifischen Erdüberlastungstage errechnet.

Im Aktionsbündnis RLP bewegt was haben sich verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen sowie kirchliche Gruppen zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird koordiniert von der Eine Welt-Fachpromotorin für Klimagerechtigkeit und globale Ressourcen in Rheinland-Pfalz. Sie vernetzt Akteur:innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und unterstützt bürgerschaftliches Engagement durch Beratungs- und Koordinationsangebote.
08.05.2026
Baustelle in der Rheinallee rückt zur Kaiserstraße vor
Die Bauarbeiten zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Mainzer Rheinallee verschieben den Verkehr und beeinträchtigen Fußgänger und Radfahrer bis Mitte Juni - AZ Mainz


(Foto: Sascha Kopp)

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08.05.2026
32-Jähriger nach Kontrolle am Hauptbahnhof vorläufig festgenommen
Am Donnerstag, 07.05.2026, gegen 23:50 Uhr, kontrollierte eine Streife der Bundespolizei Mainz einen 32-jährigen Mann im Bereich des Mainzer Hauptbahnhofs. Hierbei wurden mutmaßliche Betäubungsmittel sowie drogentypische Utensilien festgestellt.

Bei der Durchsuchung des Mannes und seiner mitgeführten Taschen fanden die Einsatzkräfte mehrere verpackte Betäubungsmittel sowie unter anderem eine Feinwaage.

Im weiteren Verlauf wurde die Sachbearbeitung durch den Kriminaldauerdienst der Polizei Mainz übernommen.

Der 32-Jährige willigte anschließend in die Durchsuchung seiner Wohnung ein. Dort konnten weitere mutmaßliche Betäubungsmittel sowie entsprechende Utensilien aufgefunden und sichergestellt werden.

Der Beschuldigte wird im Nachgang vorläufig festgenommen.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz dauern an.
07.05.2026
Ortsbeirat beschließt: Weg im Zollhafen nach Gertrud David benennen
Durch einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Linke und CDU hat der Ortsbeirat Mainz-Neustadt die Stadtverwaltung gebeten, das Verfahren zur Benennung des Wegs entlang des Hafenbeckens im Zollhafen zwischen dem Rotterdamer Platz und der Marina einzuleiten. Der Weg soll nach Gertrud David benannt werden.


Im Zollhafen soll an Gertrud David erinnert werden (Bild KI-generiert)

„Gertrud David hat in der Neustadt ihre Spuren hinterlassen und hatte als Sozialdemokratin in ihrem Wirken stets das Ansinnen aller Menschen in unserem Stadtteil im Blick”, begründet Alexander Klein, Mitglied des Ortsbeirats und stellvertretender Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt, den Antrag. Frau Gertrud David, geboren Swiderski, lebte von 1872 bis 1936 und zog 1897 nach Mainz. Gut acht Jahre lang lebte sie in der Stadt, zunächst in Mombach und dann in der Kurfürstenstraße. Sie befasste sich theoretisch, aber auch sehr praktisch mit frauenpolitischen Fragen, besonders aber mit der Konsumgenossenschaftsbewegung. So war sie im Jahr 1899 Mitbegründerin  der Mainzer Spar-, Konsum- und Produktionsgenossenschaft, die mehrere Verkaufsstellen in der Neustadt hatte. So unterhielt die Genossenschaft allein im Barbarossaring 25-27 ihr Zentrallager, Büros, eine Bäckerei, eine Kaffeerösterei, eine Limonaden- und Seltersproduktion, eine Sparkasse, eine Metzgerei und auch Wohnungen.

Durch die städtebauliche Erschließung des ehemals rein gewerblich genutzten Zollhafens in der Mainzer Neustadt wurden bzw. werden noch neue Straßen und Wege errichtet. „Dies gibt dem Stadtteil die Möglichkeit, mit der Benennung der Wege und Straßen Persönlichkeiten der Stadt bzw. des Stadtteils zu gedenken und ihr Wirken zu honorieren. Da ein Großteil der Straßen und Wege in der Mainzer Neustadt nach Männern benannt ist, ist es erstrebenswert, vor allem Frauen zu bedenken”, fordert Yvonne Wuttke, ebenfalls Mitglied des Ortsbeirats Mainz-Neustadt.

(Pressemitteilung der SPD Mainz-Neustadt)

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07.05.2026
Mann mit Messer in Gewahrsam genommen
Am Donnerstag, 07.05.2026, gegen 01:00 Uhr, wurde der Polizei eine männliche Person im Bereich Kaiser-Wilhelm-Ring / Lennigstraße gemeldet, die mit einem Messer an einer Straßenlaterne gekratzt haben soll. Zudem sei der Mann zuvor mit dem Messer in der Hand auf einen Mitteiler zugegangen, ohne diesen konkret zu bedrohen.

Die Örtlichkeit wurde daraufhin durch mehrere Polizeikräfte aufgesucht. Der 47-Jährige konnte vor Ort festgestellt werden und näherte sich trotz mehrfacher Aufforderungen mit einem Messer in der Hand dem Mitteiler sowie weiteren Zeugen.

Ein Polizeibeamter stellte sich daraufhin zwischen den Mann und die Zeugen und forderte ihn unter unter Androhung des Schusswaffengebrauchs zum Stehenbleiben sowie zum Niederlegen des Messers auf. Daraufhin wurde er zu Boden gebracht und gefesselt.

Der augenscheinlich stark alkoholisierte Mann wurde anschließend in Gewahrsam genommen und um 05:40 Uhr wieder entlassen.

Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.
07.05.2026
Körperverletzung in der Wallaustraße
Am Mittwochnachmittag, 06.05.2026, gegen 15:25 Uhr, kam es in der Wallaustraße in Mainz zu einer Körperverletzung zum Nachteil einer 31-jährigen Frau.

Die Geschädigte befand sich nach ihrem Feierabend gemeinsam mit einer Freundin zu Fuß in der Wallaustraße, als sie unvermittelt von einem 35-jährigen Mann lautstark verbal angegangen wurde. Im weiteren Verlauf schubste der Mann die Geschädigte, sodass diese zu Boden fiel und sich verletzte.

Der Beschuldigte kann durch die eingesetzten Polizeibeamten angetroffen werden. Gegen diesen wird ein Ermittlungverfahren eingeleitet.

Nach bisherigen Erkenntnissen bestand zwischen der Geschädigten und dem Beschuldigten keinerlei Vorbeziehung.
06.05.2026
Widerstand bei Polizeikontrolle im Hauptbahnhof Mainz
Bei einer Polizeikontrolle im Hauptbahnhof Mainz leistete ein 26-jähriger Deutscher am 5. Mai 2026 gegen 17:30 Uhr Widerstand. Der Mann fiel einer Streife der Bundespolizei auf und konnte bei der anschließenden Kontrolle keine Ausweisdokumente vorzeigen. Im weiteren Verlauf wurde er aggressiv und versuchte, sich der polizeilichen Kontrolle zu entziehen.

Weiterhin nahm er seine Hände, trotz mehrfacher Aufforderung dies zu unterlassen, nicht aus den Jackentaschen. Die Beamten brachten ihn daraufhin zu Boden und legten ihm Handfesseln an. Er wurde zum Bundespolizeirevier Mainz gebracht. In der Dienststelle fanden die Polizisten dann ein Messer griffbereit in seiner Jackentasche. Ein durchgeführter Drogentest verlief positiv auf Kokain, der freiwillige Atemalkoholtest ergab 0,0 Promille.

Ein Polizist wurde durch die Rangelei leicht verletzt, blieb jedoch dienstfähig. Gegen den 26-Jährigen wurden Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.  

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05.05.2026
Helga Ahrens mit Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt - Die Neustadt-SPD gratuliert
Helga Ahrens aus der Mainzer Neustadt erhält die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Diese wurde durch Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, in Vertretung des Ministerpräsidenten überreicht.

Helga Ahrens erhält die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz durch Prof. Dr. Hannes Kopf.

„Helga Ahrens ist mit ihrem Wirken, insbesondere in unserem Stadtteil, Vorbild für uns alle. Wir freuen uns, dass Helga als Mitglied des Ortsvereins nun diese besondere Auszeichnung erhält”, gratuliert Alexander Klein, stellvertretender Vorsitzender der Neustadt-SPD, für den gesamten Ortsverein bei der Verleihung im Landesmuseum in Mainz.


Alexander Klein gratuliert Helga Ahrens und dankt für ihr Engagement in der Mainzer Neustadt. (Fotos: SPD Mainz-Neustadt)

Die Verdienstmedaille des Landes wird als Zeichen der Anerkennung und Würdigung besonderer ehrenamtlicher Verdienste um die Gesellschaft und die Mitmenschen verliehen. Helga Ahrens ist bereits seit mehreren Jahrzehnten für verschiedene Gremien der Evangelischen Kirche ehrenamtlich aktiv. „Diesem Engagement schließen sich noch weitere Aktivitäten speziell im und für den Stadtteil an: Sei es im Ortsbeirat, dem Neustadtrat der Sozialen Stadt oder bei Neustadt im Netz e.V., Helga brachte und bringt sich als „Ohr der Neustadt” engagiert für ein besseres Miteinander ein. Besonders hervorzuheben ist aber auch ihr Wirken im Vorstand im Mainzer Wendepunkt, wo Frauen in prekären Lebenslagen geholfen wird”, fasst Julia Wagner, Vorsitzende der Neustadt-SPD, die langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten von Helga Ahrens zusammen.

(Pressemitteilung der SPD Mainz-Neustadt)
05.05.2026
Unter Drogeneinfluss Verkehrsunfall verursacht
Am Montag, 04.05.2026, kam es gegen 14:00 Uhr in der Mainzer Neustadt im Bereich der Corneliusstraße / Kreyßigstraße zu einem Verkehrsunfall zwischen einem E-Roller und einem Pkw.

Ein 32-jähriger E-Roller-Fahrer befuhr die Corneliusstraße in Richtung Richard-Wagner-Straße und missachtete an der Kreuzung die Vorfahrt eines von rechts kommenden 41-jährigen Pkw-Fahrers. Es kam zur Kollision, in deren Folge der E-Roller-Fahrer stürzte und sich am Knie sowie am Ellenbogen verletzte. Am Pkw entstand Sachschaden.

Ein freiwilliger Urintest beim E-Roller-Fahrer verlief positiv auf THC. Der Mann gab an, am Vortag Cannabis konsumiert zu haben. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Gegen den E-Roller-Fahrer wurde ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet.

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04.05.2026
Kontrolle offenbart drei Haftbefehle
Die polizeiliche Kontrolle eines 46-jährigen Deutschen im Hauptbahnhof Mainz offenbarte gleich drei Haftbefehle. Der Mann wurde am 04.05.2026 um 12:45 Uhr durch eine Streife der Bundespolizei kontrolliert. Da er sich vor Ort nicht ausweisen konnte, nahmen ihn die Beamten mit zur Dienststelle.

Dort konnte seine Identität zweifelsfrei festgestellt werden. Außerdem ermittelten die Polizisten, dass der Mann kein Unbekannter war. Gegen den 46-Jährigen bestanden drei Vollstreckungshaftbefehle der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wegen Beleidigung, Nötigung und Diebstahl mit einer Freiheitsstrafe von insgesamt zwei Jahren und sechs Monaten.

Damit nicht genug, weitere drei Aufenthaltsermittlungen lagen zusätzlich gegen den Mann wegen Beleidigung und Betruges vor. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann in die JVA Rohrbach zur Verbüßung der Freiheitsstrafe gebracht.  
04.05.2026
Stadt soll Einrichtung von Stadtteilbücherei in Mainzer Neustadt prüfen
Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Ortsbeirat Mainz-Neustadt die Stadtverwaltung aufgefordert, die Einrichtung einer Stadtteilbücherei in der Mainzer Neustadt zu prüfen. Teil der Prüfung sollen die Suche nach passenden Räumlichkeiten und die Sondierung der jeweiligen Eigentums- und Mietverhältnisse sein.


So stellt sich die KI eine Stadtteilbücherei in der Mainzer Neustadt vor. Ein guter Ansatz, wie die SPD-Fraktion findet

„Mit dem Umzug der Anna-Seghers-Bücherei in die Fuststraße wird die Neustadt ihre einzige öffentliche Bibliothek verlieren”, begründet Alexander Klein, Mitglied des Ortsbeirats und stellvertretender Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt, den Antrag. „Es gilt deshalb zu prüfen, wo in der Neustadt zumindest eine Stadtteilbücherei entstehen kann, die sich auf ein bestimmtes Thema und eine spezielle Zielgruppe spezialisiert oder eventuell ein gut sortiertes Allgemeinangebot vorhält”, fordert Ulrike Ludy, ebenfalls Mitglied des Ortsbeirats Mainz-Neustadt. „Die Räumlichkeit muss den Erfordernissen einer modernen Bücherei, vor allem hinsichtlich der Barrierefreiheit, entsprechen. Hierzu sollte auch der Austausch mit der Wohnbau Mainz gesucht werden”, ergänzt Alexander Klein.

Öffentliche Bibliotheken gelten als bundesweit meistbesuchte kulturelle Einrichtungen und bieten allen Altersgruppen niedrigschwellig und ohne jeglichen Konsumzwang freien Zugang zu Wissen und Information und fördern damit die Sprach-, Lese- und Medienkompetenz. „Als Orte der kulturellen, digitalen und gesellschaftlichen Teilhabe leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des Gemeinwesens und bereichern das öffentliche Leben. Eine Bücherei macht das Umfeld erlebbar und steigert die Aufenthaltsqualität”, unterstreicht Ulrike Ludy, Mitglied des Ortsbeirats, den gesellschaftlichen Wert einer Bücherei.

(Pressemitteilung der SPD Mainz-Neustadt)

Der Mainzer Neustadt fehlt eine Stadtteilbücherei (vom 06.05.2026 - AZplus)

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02.05.2026
100 neue Bäume für die Neustadt
68 konkrete Standorte bringen mehr Tempo in die Begrünung der Neustadt

Mehr Schatten, bessere Luft und ein spürbar angenehmeres Stadtklima: Die Neustadt soll grüner werden. Mit einem neuen Antrag durch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Mainz Neustadt im Ortsbeirat vom 29.04.2026 wird die Pflanzung von mindestens 100 zusätzlichen Bäumen bis 2030 vorangetrieben – erstmals auf Basis von 68 konkret identifizierten und bereits geprüften Standorten.

Der Antrag, der einstimmig verabschiedet wurde, baut auf einem Beschluss aus dem Jahr 2024 auf und reagiert zugleich auf die Rückmeldung der Verwaltung, die in Aussicht stellte, konkrete Standorte zu prüfen. Marco Neef, Ortsbeiratsmitglied Neustadt: "Durch die enge Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mainzer Netzen konnten wir nun konkrete Vorschläge erarbeiten, die bereits auf mögliche Konflikte mit unterirdischer Infrastruktur geprüft sind."


Könnte es beispielsweise hier grüner werden? Standorte für Bäume und Entsiegelung werden geprüft (Archivfoto: Thomas Renth)

Neben der reinen Pflanzung von Bäumen sieht der Antrag auch vor, zusätzliche Maßnahmen wie die Entsiegelung von Flächen rund um die Standorte zu prüfen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen zudem in ein zukünftiges Stadtbaumkonzept integriert werden, das Teil des Klimaanpassungsplans der Stadt Mainz ist.

„Mit den 68 konkret geprüften Standorten schaffen wir die Grundlage, um aus guten Absichten ins konkrete Handeln zu kommen. Stadtbäume sind ein zentraler Baustein für mehr Lebensqualität, Hitzeschutz und Klimaanpassung in der Neustadt“, erklärt Konstantin Fröhlich, Sprecher der Grünen Neustadt.

Die Neustadt zählt zu den am dichtesten bebauten und am stärksten versiegelten Stadtteilen von Mainz und ist besonders von sommerlicher Hitze betroffen. Zusätzliche Bäume leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Kühlung, verbessern die Luftqualität und schaffen Aufenthaltsqualität.

Ortsvorsteher Christoph Hand ergänzt: „Die vielen Rückmeldungen aus der Nachbarschaft zeigen deutlich: Der Wunsch nach mehr Grün ist groß. Mit diesem Antrag greifen wir dieses Engagement auf und bringen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Lösungen auf den Weg.“


Darüber hinaus soll geprüft werden, welche der vorgeschlagenen Standorte kurzfristig umgesetzt werden können, um noch in den Wettbewerb „abpflastern“ bis Oktober 2026 eingebracht werden zu können.

(Pressemitteilung von Bündnis 90/ Die Grünen, Ortsverband Mainz-Neustadt)
01.05.2026
Kämpferische Parolen zum Tag der Arbeit in Mainz
Hunderte Demonstranten fordern bei der Demo zum 1. Mai in Mainz, „den Sozialstaat nicht weiter auszuhöhlen“. Auf dem Liebfrauenplatz gibt es Ansprachen, Diskussionen und Musik - AZ Mainz (plus)


(Foto: Stefan Sämmer)
01.05.2026
Resilienz – was ist das?
Pippi Langstrumpf hat sie, Harry Potter auch: Resilienz. Beide haben ihre Eltern verloren und sind dennoch fröhlich, aktiv und selbstbewusst. Auch Aschenputtel verdankte es ihrer Resilienz, dass sie trotz Mobbing und Ausbeutung ihr Schicksal selbst in die Hand nahm und schließlich ihr Glück fand. Während zu Zeiten der Gebrüder Grimm niemand von Resilienz sprach, ist der Begriff heute in aller Munde. Aber was genau ist das: Resilienz? Eine Eigenschaft, die ein Mensch hat oder nicht? Eine Entspannungstechnik, die man lernen kann wie andere auch? Klar ist: Resilienz prägt die Lebenswirklichkeit vieler Menschen – und man kann sie stärken.

Wie äußert sich Resilienz?
Resilienz zeigt sich daran, wie Menschen Stress, Lebenskrisen, Katastrophen und sogar traumatische Situationen überstehen – wie jemand darauf reagiert, kann bei gleichen Erfahrungen grundverschieden sein. Zu beobachten ist das beispielsweise an Personen, die Kriege oder Terroranschläge, wie den Einsturz des World Trade Centers, überlebten: Viele finden zurück in ein erfülltes, angstfreies Leben. Andere werden ihr Leben lang von den Erlebnissen verfolgt.

Was bedeutet der Begriff Resilienz?
Der Begriff Resilienz stammt aus der Materialforschung. Er bezeichnet die Eigenschaft eines Materials, nach einer Verformung wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren – so wie ein Schwamm oder ein weicher Gummiball. In der Psychologie wird der Begriff verstärkt seit den 1970er Jahren verwendet. Resilienz wir hier definiert als die „Fähigkeit zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung psychischer Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensereignissen.“ Resilienz ist also eine Art die seelische Widerstandskraft. Sie bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, Krisen, Stress oder Rückschläge zu bewältigen, ohne langfristig Schäden davonzutragen.

Ist Resilienz eine feste Eigenschaft?
Die meisten Menschen verfügen über Resilienz – manche mehr, manche weniger. Dabei ist Resilienz keine angeborene Eigenschaft, sondern sie entwickelt sich unter anderem anhand der Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens macht. Resilienz ist auch bei einem einzelnen Menschen keine feste Größe. So kann es sein, dass jemand eine schwere körperliche Erkrankung oder den Verlust eines nahen Angehörigen gut bewältigt, jedoch bei beruflicher Überforderung an seine Grenzen gerät. Auch umgekehrt ist das möglich: Manche Menschen kommen mit hohem Arbeitsdruck gut zurecht, reagieren aber sehr sensibel auf persönliche Verluste oder Beziehungskrisen.  Es gibt Hinweise darauf, dass die individuelle Ausprägung von Resilienz auch mit genetischen, hormonellen und neurobiologischen Voraussetzungen zusammenhängt, dies ist jedoch noch nicht abschließend erforscht.

Was stärkt die Resilienz?
Eine Reihe von Faktoren sind an der Wirksamkeit von Resilienz beteiligt. Vor allem diese gelten als Schlüssel für mehr innere Stärke:
 
  • Akzeptanz: Wer sich selbst und die eigene Situation annimmt, kann beginnen, etwas zu verändern. Menschen mit der Haltung „Es ist, wie es ist“ verschwenden keine Kraft im Kampf gegen das Unveränderliche, sondern richten ihre Energie darauf, wie sie damit umgehen wollen.
  • Optimismus: Die innere Überzeugung, dass Entwicklung möglich ist, öffnet den Blick nach vorn und fördert Zuversicht statt Rückzug.  
  • Selbstwirksamkeit: Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Erfahrung, dass man neue Aufgaben bewältigt, stärkt Zuversicht und Motivation.
  • Eigenverantwortung: Wer bereit ist, den eigenen Anteil an einer Situation zu erkennen, bleibt nicht am Ärger über andere und an Schuldzuweisungen hängen. Das ermöglicht, das Verhalten zu ändern und den weiteren Verlauf aktiv zu beeinflussen.
  • Soziale Unterstützung: Resiliente Menschen pflegen tragfähige Beziehungen und nehmen Unterstützung an, bevor sie überfordert sind. Sie bauen sich ein stabiles und wertschätzendes Umfeld auf, das sie in schweren Zeiten auffängt.
  • Lösungsorientierung: Der bewusste Blick auf das Machbare lenkt die Aufmerksamkeit weg vom Problem und hin zu wirksamen Schritten.
  • Zukunftsorientierung: Klare Ziele und ein Lebenssinn geben Kraft. Sie helfen, dranzubleiben und auch schwierige Phasen auszuhalten.
  • Selbstfürsorge: Bewusst gut auf sich achten: körperlich (z. B. ausreichende Ernährung, Bewegung und Schlaf), seelisch (z. B. Gefühle ernst nehmen, Pausen und Freude gönnen) und sozial (z. B. Kontakte pflegen und Unterstützung suchen).

Welche Faktoren schwächen die Resilienz?
Wer wenig Vertrauen in sich selbst hat, ständig perfekt sein will, selten „Nein“ sagt und ungern Hilfe annimmt, kommt mit Belastungen oft schlechter zurecht. Auch die äußeren Umstände spielen eine große Rolle. Ein stressiger Arbeitsplatz, hohe Erwartungen, Konkurrenzkampf oder Druck durch Vorgesetzte können die persönliche Widerstandskraft im Alltag schnell erschöpfen.

Dabei ist Vorsicht geboten. Der Begriff Resilienz wird leicht missverstanden. Nicht selten entsteht der Eindruck, Menschen seien selbst schuld an ihrem Leiden, weil sie nur nicht „stark genug“ seien. Der Vorschlag zum Resilienztraining kann dann wie eine Aufforderung zur Selbstverbesserung wirken: Ändere dich, dann wird alles besser. Dabei liegen die Ursachen für psychische Belastungen oft außerhalb des eigenen Einflusses. Schlechte Arbeitsbedingungen, fehlende Sicherheit oder dauerhafte Überforderung lassen sich nicht einfach wegtrainieren. Wer das übersieht, wird den Betroffenen nicht gerecht und verlagert Verantwortung an die falsche Stelle.

Können wir Resilienz trainieren?
Resilienz entwickelt sich im Umgang mit Herausforderungen und lässt sich bewusst stärken. Entscheidend ist dabei weniger, Stress kurzfristig zu reduzieren, sondern die eigene innere Haltung gegenüber schwierigen Situationen zu verändern. Resiliente Menschen erleben Belastungen nicht anders als ihre Mitmenschen, sie gehen jedoch anders mit ihnen um.

Ein zentrales Element ist der Blick auf das, was beeinflussbar ist. Eine einfache Übung kann hier ansetzen: Stellen Sie sich eine belastende Situation vor und beschreiben Sie sachlich, was passiert, ohne sich zu bewerten. Achten Sie dann auf die Gedanken, die dabei auftauchen. Häufig sind es stressverstärkende Sätze wie: „Ich schaffe das nicht“ oder „Das darf mir nicht passieren“. Im nächsten Schritt geht es darum, diese Gedanken bewusst zu prüfen und zu überlegen, ob es andere Sichtweisen geben könnte, die hilfreicher sind. Zum Beispiel: „Ich weiß noch nicht, wie es geht, aber ich kann es Schritt für Schritt angehen“, „Ich darf mir Zeit nehmen“ oder „Auch andere kommen hier an ihre Grenzen“. Statt sich unter Druck zu setzen, ändern Sie die Perspektive und verschaffen sich Abstand.

So machen Sie den Anfang
Solche Schritte lassen sich im Alltag weiter vertiefen. Wichtig ist dabei, dass Sie auf sich achten und fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sich Ihre Situation nicht verbessert.
  • Erinnern Sie sich an belastende Situationen aus der Vergangenheit. Welche frühen Anzeichen von Überforderung gab es? Wer sie kennt, kann künftig schneller reagieren und rechtzeitig gegensteuern.
  • Denken Sie an Krisen, die Sie gut bewältigt haben. Welche Fähigkeiten, Stärken oder Menschen haben Ihnen damals geholfen? Daraus lässt sich ableiten, was Ihnen auch heute Halt geben kann.
  • Führen Sie ein einfaches Selbstfürsorgetagebuch. Notieren Sie, was Ihnen gelungen ist, was Ihnen Kraft gegeben hat und was Sie belastet hat. Das schärft den Blick für die eigenen Bedürfnisse.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte und Beziehungen. Austausch, Zugehörigkeit und Unterstützung sind ein zentraler Schutzfaktor, gerade in schwierigen Phasen.

Und denken Sie daran: Resilienz ist so vielseitig wie die Menschen selbst – die EINE Resilienz gibt es nicht.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, freistil-texte.de

Das  LIR ist ein Forschungsinstitut in Mainz, das sich wissenschaftlich mit  dem Thema Resilienz beschäftigt und aufbauend auf seiner  Forschung Vorträge, Workshops, Schulungen und Beratungen anbietet.
01.05.2026
8. Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus
Die Mainzer Gruppe der „OMAS GEGEN RECHTS“ und das antifaschistische Kunstprojekt „Trotz alledem!“ laden auch in diesem Jahr dazu ein, den 8. Mai – den Tag der Befreiung vom Faschismus und Krieg – als besonderen Tag des Erinnerns zu begehen. Wir erinnern an die Millionen von Opfern, aber auch an den Mut der Menschen, die Widerstand geleistet haben.

In den vergangenen Jahren ist es uns mit dem Projekt „UNBEUGSAM“ sowie durch die Unterstützung zahlreicher Mainzer Organisationen, Gruppen und Institutionen gelungen, mit vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Vor 81 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit dem Sieg der alliierten Streitkräfte. Verbunden damit war der Schwur der Überlebenden des faschistischen Terrors, dass die begangenen Verbrechen niemals relativiert werden dürfen. Das Vermächtnis der Millionen Opfer – „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ – muss fester Bestandteil von Politik, Kultur und Bildung in unserem Land werden.

Die Gründe, auch in diesem Jahr den 8. Mai nicht wort- und tatenlos vorübergehen zu lassen, sind vielfältig. Angesichts des Erstarkens rassistischer und faschistischer Kräfte sowie der gefährlichen Entwicklungen durch aktuelle Kriege und der wachsenden Bedrohung eines globalen Konflikts sind Mut und Entschlossenheit, dieser Entwicklung entgegenzutreten, notwendiger denn je.

In diesem Jahr möchten wir am Beispiel von fünf Mainzer Frauen, die sich am antifaschistischen Widerstand beteiligten, daran erinnern, wie wichtig und richtig es ist, laut und deutlich NEIN zu sagen, zu menschenverachtenden Verhältnissen und politischen Entwicklungen. Die Porträts dieser Frauen sollen im öffentlichen Raum an möglichst vielen Orten in Mainz präsentiert werden. Mit dieser Aktion möchten wir an die starke Haltung der Mainzer Antifaschistinnen erinnern und ein Zeichen setzen: Ihr Mut soll Vorbild sein und dazu ermutigen, auch heute gegen Rassismus, Diskriminierung und Krieg einzustehen.

OMAS GEGEN RECHTS – MAINZ & Kunstprojekt „Trotz alledem!“
Neustadt im Netz e.V. - c/o caritas-zentrum Delbrêl, Aspeltstr. 10, 55118 Mainz
nin@mainz-neustadt.de - Tel. 06131 6367034 (AB mit Rückruf) oder 01515 19 221 21
Spendenkonto: DE47551900001548053014 (Volksbank Darmstadt Mainz eG - BIC: MVBMDE55XXX)
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